Zwei Tage in Bogotá

Die kolumbianische Hauptstadt ist nicht für ihren Charme bekannt, hat aber doch einige Perlen zu bieten. 

Im Landeanflug erstrecken sich die Lichter Bogotás bis an den Horizont. Die wahre Grösse spürt man aber erst bei der etwas chaotischen Fahrt im Taxi Richtung Altstadt. In Bogota wohnen über acht Millionen Menschen (gleich viele wie in der ganzen Schweiz). Die Höhe von 2’600 Metern ü.M. macht sich durch trockene Lippen, leichten Schwindel und grossen Durst bemerkbar.

Wenn du nur einen oder zwei Tage in Bogotá hast, lohnt es sich, folgendes zu besuchen:

  1. La Candelaria

Der Stadtteil „La Candelaria“ ist das historische und kulturelle Zentrum von Bogotá. Hier gibts Strassen mit Kopfsteinpflaster und allerlei bunt bemalte Häuser. Von hier aus ist es nicht weit zu Fuss zum Goldmuseum oder der Plaza Bolivar.

Unser Hotel „La Muisca“ befindet sich im historischen Zentrum der Stadt, von wo aus wir alles zu Fuss erkunden.

2. Die Plaza de Bolivar

Dieser über 13’000 Quadratmeter grosse Platz ist das Herz der Stadt. Hier befinden sich unter anderem der Justizpalast und die Kathedrale Bogotás. Und natürlich darf auch die Statue des Unabhängigkeitskämpfers Simon Bolivars nicht fehlen.

Rund um das Regierungszentrum tummeln sich allerlei Militärs und schwer bewaffnete Polizisten, was die Kinder etwas in Schrecken versetzt hat. Nachdem wir die dritte Strassensperre passiert hatten, fragte ich den mit Maschinengewehr bewaffneten Polizisten, ob etwas Spezielles los sei. Der Polizist blickte mich verwundert an und meinte, dass das ein Tag wie jeder andere sei.

3. Der Monserrate

Der 3,152 Meter hohe Stadtberg (wir nannten ihn den Uetliberg von Bogotá) bietet eine traumhafte Sicht auf Bogotá. Mit einer Seilbahn und einer Zahnradbahn lassen sich die 600 Höhenmeter locker überwinden. Die etwas Sportlicheren nehmen den gut ausgebauten Wanderweg (wovon uns der Taxifahrer schwer abgeraten hat, weil „viel zu gefährlich“ mit den Kindern). Von Gefahr war aber weit und breit keine Spur. Höchstens die schöne Aussicht und die Höhe haben uns manchmal ein wenig die Sprache verschlagen.

Sonntags pilgern die Bogotaner (oder Bogotarier? Bogotanesen?) gleich scharenweise den Berg hoch. Oben beginnt die Messe, welche mit Lautsprechern übertragen wird, damit alle, die drinnen keinen Platz finden, trotzdem mithören können.
Unterwegs haben findige Verkäufer ihre Stände errichtet. Wer also z.B. kein Wasser mitgebracht hat, muss nicht verdursten, sondern kann sich unterwegs etwas kaufen.
Der halbe Weg ist geschafft und die Stadt liegt einem bereits zu Füssen.
Oben angekommen herrscht allerlei lustiges Treiben. Zahlreiche Restaurants und Verpflegungsstände buhlen um die Gunst der Gäste. Uns war das Ganze fast zu viel und wir fuhren per Seilbahn wieder runter.
Wieder zurück in „La Candelaria“ haben wir ein Lokal entdeckt, das unter der Woche Friseursalon ist und am Wochenende ein Restaurant. Dort haben wir sehr günstig und gut gegessen.
Sinnigerweise heisst es: La Peluqueria (Friseur).  Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt, ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.
Bei so einer schönen Einrichtung wäre ein neuer Haarschnitt mehr als angezeigt. .
Gegen die Höhe und deren Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen und Schwindel hilft ein Koka-Tee. Das bittere Gesöff ist nicht jedermanns Sache und nur mit viel Zucker geniessbar.
Bogotá ist berühmt für seine Graffitis und seine Strassenkunst. Wer keine Lust auf klassische Sehenswürdigkeiten hat, schlendert am besten einfach ein wenig herum oder schliesst sich einer Graffiti-Tour an, die täglich im Parque de los Periodistas starten.
Am Montagmorgen hängt ein Grauschleier über der Stadt. Der Berufsverkehr hüllt die Stadt in eine Smogwolke.
Die Strassen von La Candelaria erinnern auch ein wenig an Kuba.

Ach ja, im Goldmuseum waren wir auch noch. Der Eintritt ist sonntags immer gratis und da lohnt sich der Besuch natürlich doppelt. Da wir aber keinen Guide hatten, der uns etwas zu den ausgestellten Sachen erzählt hätte, waren wir nach dem gefühlt 100. Goldexponat ein wenig müde und liessen es uns im Restaurant „Gato Gris“ gut gehen. Dort hats uns so gut geschmeckt, dass wir am nächsten Tag gleich nochmals hin sind.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Volker Clar sagt:

    Sehr interessant erzählt und macht richtig Lust wieder nach Südamerika zu reisen. Vielen Dank für den schönen Artikel.

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    1. cristina sagt:

      Danke! In den nächsten Tagen folgen die Reiseberichte zu Peru! Stay tuned 😜 liebe Grüsse, Cristina

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